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Durch den Atem Nähe spüren - was mich meine Friesenstute Oona heute lehrt

  • Autorenbild: Anastasia
    Anastasia
  • 23. Nov. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 7. Dez. 2025

Es gibt Pferde, die begleiten uns nicht nur im Sattel, sondern durch Lebensabschnitte, Veränderungen und manchmal auch durch schmerzliche Entscheidungen. Meine Friesenstute Oona ist für mich genau so ein Pferd. Seit sie aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr reitbar ist, hat sich unsere Beziehung verändert – aber nicht abgeschwächt. Im Gegenteil: sie ist tiefer geworden, ruhiger, ehrlicher. Die Verbindung zwischen Mensch und Pferd über den Atem existiert nicht nur beim Reiten, sondern auch am Boden – am Boden vielleicht sogar deutlicher als im Sattel.


Atem als gemeinsame Sprache - auch ohne Reiten

Die Verbindung zwischen Oona und mir beginnt mit dem Atem. Nicht mit einer Lektion, nicht mit einer Erwartung – nur mit einem Moment des Ankommens.

Ich atme ein, sie ist bereit für das, was als nächstes kommt.

Ich atme aus, sie bleibt stehen und entspannt sich.

Ein stiller Dialog, der ohne Worte auskommt.

Momente der stillen Zwiesprache, die früher beim Reiten eher weniger im Fokus standen, rücken jetzt in den Vordergrund. Wie sie es geniesst, gekrault zu werden, und ihr Atem langsamer wird, wenn wir gemeinsam entspannen. Wie sie mich ansieht als wollte sie mir sagen, dass auch sie diese gemeinsamen Momente geniesst. Ich habe gelernt: auch wenn ein Pferd uns physisch nicht mehr tragen kann, kann eine tiefe Beziehung bestehen bleiben. Nur anders.


Neue Rituale, neue Nähe

Unsere gemeinsamen Rituale haben sich verändert, aber sie sind reicher geworden:


  • Spaziergänge am Waldrand

  • ruhige Putzmomente, die fast meditativ sind

  • einfach nur zusammen stehen

  • gemeinsames Erkunden von neuen Orten

  • leichte Bodenarbeit, die ihr guttut und uns beiden Freude macht


Diese Zeit schenkt mir ein Bewusstsein, wie wertvoll jeder einzelne

Augenblick ist. Jede Berührung, jeder gemeinsame Schritt, jedes Schnauben bedeutet so viel.


Wenn Ausrüstung nicht mehr fürs Reiten dient - sondern fürs Wohlbefinden

Auch wenn das Reiten für Oona und mich kein Thema mehr ist, spielt gute Ausrüstung für uns weiterhin eine Rolle – jetzt vor allem für Oonas Wohlbefinden und für die schönen Momente am Boden:


  • ein gut sitzendes Halfter, das sanfte Kommunikation ermöglicht

  • pflegende Putzutensilien, die für uns beide angenehm sind

  • bequeme Kleidung für mich, damit ich frei und entspannt arbeiten kann

  • gelegentlich Zubehör für leichte Bodenarbeit


Viele Dinge, die unseren gemeinsamen Alltag leichter und schöner machen, finde ich im lokalen Reitsporthandel. Falls Du selbst ein Pferd hast, mit dem Du mehr Zeit am Boden verbringst – oder einfach Inspiration suchst – kannst du dort einfach mal stöbern.


Atem und Hufspur - jetzt mehr denn je

Oona hat mir gezeigt, dass Beziehung nicht endet, wenn Reiten endet. Dass Verbindung nicht abhängig ist von Gangarten, sondern von achtsamem Zusammensein. Und dass ein tiefes Ausatmen manchmal mehr schafft als jede perfekt gerittene Lektion.

Wenn Du ein Pferd hast, das Dich begleitet – im Sattel oder am Boden –, dann nimm Dir einen Moment Zeit, um einfach zu atmen. Vielleicht öffnet sich auch bei Dir und Deinem Pferd ein neuer Raum, den Du vorher nicht kanntest.


Nüstern eines Pferdes, das ausatmet
Meine Stute Oona hat mich gelehrt, dass auch ohne Reiten eine wunderschöne Verbindung zwischen Pferd und Mensch möglich ist


 
 
 

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