Was uns Tiere über Präsenz lehren
- Anastasia

- 25. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Tiere besitzen eine Fähigkeit, die uns Menschen oft verloren geht: sie sind ganz im Moment. Kein Grübeln über gestern, keine Sorgen um morgen - nur das, was jetzt ist. Wer schon einmal einem Hund beim Schlafen, einer Katze beim Beobachten oder einem Vogel im Flug zugesehen hat, spürt diese stille Kraft der Präsenz.
Wenn Du ein Pferd wärst
"Darüber würdest Du Dir keine Gedanken machen, wenn Du ein Pferd wärst", sagt eine Freundin häufig zu mir, wenn ich mir mal wieder zu viele Sorgen mache. "Also denk einfach, Du seist ein Pferd." Und sie hat recht. Ein Tier fragt nicht, ob es "genug" ist. Es vergleicht sich nicht und macht sich keine Sorgen über Zukunft oder Vergangenheit. Es spielt, wenn es spielen will, ruht, wenn es müde ist, und ist wachsam, wenn es Wachsamkeit braucht. Es befindet sich zu jeder Zeit genau in diesem Moment.
Die beruhigende Wirkung des Daseins im Moment
Diese Echtheit wirkt beruhigend auf uns, weil sie uns an etwas Ursprüngliches erinnert: an das einfache Dasein. Besonders deutlich wird das im Kontakt mit Tieren. Ein Hund hört nicht nur auf unsere Worte, sondern auch auf unsere Stimmung. Eine Katze spürt sofort, ob wir innerlich unruhig oder entspannt sind. Tiere reagieren nicht auf Masken – sie reagieren auf Präsenz. Wenn wir gedanklich woanders sind, verlieren sie das Interesse oder werden unruhig. Sind wir jedoch wirklich da, entsteht Verbindung ohne Worte.
Das Wahrnehmen von Bedürfnissen
Tiere lehren uns auch, den Körper ernst zu nehmen. Sie ignorieren ihre Bedürfnisse nicht. Hunger, Müdigkeit, Freude oder Angst – all das darf sein und bekommt Raum. Vielleicht liegt genau darin eine Einladung an uns: weniger zu funktionieren und mehr zu spüren – gerade auch Gefühle, die gemeinhin als unangenehm wahrgenommen werden. Genau diesen Gefühlen Raum zu lassen, sie wahrzunehmen und sich mit ihnen auseinanderzusetzen führt nämlich oft dazu, dass sie abklingen oder aushaltbarer erscheinen.
Präsenz als kleine Übung im Alltag
In einer Welt voller Ablenkung erinnern uns Tiere daran, dass Präsenz nichts ist, das man leisten muss. Sie ist ein Zustand, der entsteht, wenn wir aufhören, uns von allem anderen wegziehen zu lassen. Ein Atemzug, ein Blick, ein stiller Moment – oft braucht es nicht mehr. Wer Tieren aufmerksam begegnet, lernt nicht nur etwas über sie, sondern auch über sich selbst. Über Geduld. Über Echtheit. Und über die Kraft, einfach da zu sein.




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