Wie lerne ich das Reiten, Carmen Margelist?
- Anastasia

- vor 1 Tag
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Carmen Margelist leitet mit grosser Fachkompetenz und Engagement die Reitschule Thun. Sie verfügt über eine fundierte Ausbildung als Tierpflegerin EFZ sowie als Pferdefachfrau EFZ, wodurch sie ein breites und tiefgehendes Wissen rund um Pferdehaltung, -pflege und
-ausbildung mitbringt. Ihre große Leidenschaft für Pferde zeigt sich nicht nur in ihrer täglichen Arbeit, sondern auch in ihrer kontinuierlichen fachlichen Weiterentwicklung. So hat sie sich unter anderem kürzlich zur Pferdeverhaltenstrainerin weitergebildet, um Pferde noch besser verstehen und individuell fördern zu können. Mit ihrer freundlichen und professionellen Art betreut sie die Kundschaft der Reitschule und kümmert sich auch gut um das Personal. Zudem steht sie regelmäßig selbst im Unterricht und begleitet Reitschülerinnen und Reitschüler aller Stufen mit viel Einfühlungsvermögen, Erfahrung und Freude.
Wie würdest Du Dich selbst in drei Worten beschreiben?
Unkompliziert. Humorvoll. Belastbar.
Wie bist Du zur Reitschule Thun gekommen?
Mein Werdegang ging über mehrere Berufslehren. Als dritte Berufslehre habe ich schliesslich die Ausbildung zur Pferdefachfrau EFZ gemacht. Über meinen Job als Pferdefachfrau bin ich zur Reitschule Thun gekommen, wo ich zuerst Teilzeit und schliesslich Vollzeit angestellt war. Da der Besitzer der Reitschule Thun bereits in fortgeschrittenem Alter war, habe ich ihn auch über die Reitschule hinaus in seiner Lebensführung unterstützt. Er hatte selbst keine Nachkommen, weshalb er schlussendlich mir die Reitschule übergeben hat. Seither führe ich die Reitschule so gut wie möglich in seinem Sinne weiter.
Die Reitschule Thun hat viele verschiedene tolle Angebote. Magst Du etwas darüber erzählen?
Die Reitschule Thun ist vorwiegend darauf ausgelegt, Anfänger:innen zu begleiten, d.h. Kinder und Erwachsene, die noch gar keine Pferdeerfahrung haben. Diese begleiten wir von den ersten Begegnungen bis zum Reiten in allen Aspekten. Die meisten begleiten wir bis auf Brevet-Niveau. Häufig suchen sich die Reiter:innen danach eine Reitbeteiligung und kommen deshalb weniger in den Unterricht.Mir ist auch wichtig, dass die Pferde von vielseitigen Angeboten profitieren können und nicht jeden Tag das gleiche machen müssen. Wir bringen deshalb auch in die Reitstunden viel Abwechslung: von Bodenarbeit über Handarbeit bis zu Ausreiten und Dressurarbeit ist alles dabei.
Wenn ich als Anfänger:in zur Reitschule Thun komme, wie lerne ich das Reiten?
Wenn Du zwischen 5 bis 10 Jahren alt bist, kannst du mit J&S-Kursen starten. Dort startest Du direkt in einer kleinen Gruppe und wirst spielerisch an die Pferdewelt herangeführt. Es steht nicht nur das Reiten, sondern auch der Umgang mit dem Pferd und die Pflege und vor allem auch der Spass im Vordergrund. Bist Du über 10 Jahre alt oder bereits erwachsen, dann kommst Du erstmal in private Stunden, wo Du zuerst auf dem Pferd longiert wirst. So wird Dein Sitz geschult und es können auch Gleichgewichtsübungen gemacht werden. An der Longe werden alle Gangarten erlernt. Funktionieren diese zügelunabhängig, darfst Du erstmals frei reiten und im Anschluss falls gewünscht auch in eine Gruppe wechseln.
Für wen steht die Reitschule Thun offen?
Die Reitschule Thun steht grundsätzlich für jede:n offen, der:die sich für Pferde interessiert. Du kannst Dich auch an uns wenden, wenn Du mit Deinem eigenen Pferd kommen möchtest. Momentan können wir einzig therapeutisches Reiten nicht anbieten.
Pferde werden oft untrennbar mit dem Reiten verbunden. Das ist aber nicht der einzige Weg, mit Pferden in Interaktion zu treten. Wie kann man sonst noch mit Pferden in Beziehung gehen?
Mir ist sehr wichtig, dass man mit einem Pferd auch vom Boden aus eine gute Verbindung hat, nicht nur beim Reiten. Die Verbindung vom Boden ist sogar die wichtigere Verbindung, weil sie auch die Basis für die spätere Verbindung beim Reiten darstellt. Bei der Arbeit mit dem Pferd vom Boden aus lernt der Mensch auch viel über sich selbst. Was wir alles von den Pferden lernen können, ist wirklich faszinierend. Mein Ziel in der Reitschule Thun war von Beginn an, die Bodenarbeit auch etwas mehr einfliessen zu lassen, die in meinen Anfangszeiten in der Reitschule noch gar nicht vertreten war. Inzwischen habe ich das etablieren können. Ich habe so auch sehr viel über mich und über die Pferde gelernt und finde es weiterhin ein spannendes Themenfeld.
Welche Bedeutung hat für Dich die Arbeit mit Pferden?
Tiere haben mich schon immer fasziniert. Ich wollte schon als kleines Kind immer mit Tieren zusammen sein. Besonders die Arbeit mit den Pferden war schon von klein auf mein Hobby – ich habe schon früh Reiten gelernt. Inzwischen ist es nicht mehr nur Hobby und Arbeit, sondern meine Leidenschaft. Die Arbeit mit Tieren gibt mir auch sehr viel zurück und ich lerne immer wieder über mich selbst dazu.
Was möchtest Du den Menschen da draussen noch mitgeben?
Ich finde Pferde und den Reitsport das falsche Element, um allzu ehrgeizig zu sein. Ein Pferd sollte nicht als Sportgerät angeschaut werden. Andersherum sollte man Pferde aber auch nicht vermenschlichen. Besonders würde ich mir wünschen, dass Menschen, die mit Pferden und auch Tieren allgemein zu tun haben, sich auch Wissen über das Tier aneignen und sich für ihr Tier und alles, was dazugehört, interessieren. So liessen sich viele Probleme vermeiden.


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